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In den letzten Jahrzehnten wird im Nahen Osten immer häufiger ein neuer,
schwerwiegender Vorwurf gegenüber der amerikanische Politik in der Region
geäußert: Amerika wird nicht mehr nur der Kompli- zenschaft mit dem
Imperialismus oder dem Zionismus bezichtigt, sondern auch der – die Menschen
dort unmittelbarer betreffenden – Komplizenschaft mit den korrupten Diktatoren,
die sie regieren. Aus naheliegenden Gründen wird dieser spezielle Vorwurf
weder in der öffentlichen Diskussion noch in Ge- sprächen zwischen Mitarbeitern
der Außenministerien und Diplomaten häufig vorgebracht. Regierungen
im Nahen Osten wie die Regierung Syriens oder die Palästinensische Behörde
verstehen es sehr gut, ihre eigenen Medien zu kontrollieren und die Medien in
den westlichen Staaten zu beeinflussen. Aus ebenso naheliegenden Gründen
wird dieser Vorwurf auch an den diplomatischen Verhandlungstischen niemals ausgesprochen.
Immer lauter und dringlicher dagegen wird er in Diskussionen mit Leuten vor- gebracht,
denen man vertrauen kann, und in jüngster Zeit sogar in der Öffentlichkeit.
Das gilt beileibe nicht nur für radikale Islamisten, für die dieser
Vorwurf ein, um nicht zu sagen das zentrale Thema ist. Interessanterweise wurde
in der iranischen Revolution von 1979 dieser Vorwurf jedoch öffentlich ausge-
sprochen. Neben dem Schah, dem vorgehalten wurde, die Vereinigten Staaten zu unterstützen,
wurde Amerika dafür angegriffen, einen in den Augen der Revolutionäre
gottlosen und diktatorischen Führer als Marionette installiert zu haben.
In den folgenden Jahren mussten die Iraner feststellen, dass fromme Diktatoren
ebenso schlimm oder noch schlimmer als gottlose Diktatoren sein können –
und dass sie für diese besondere Spielart der Diktatur noch nicht einmal
ausländische Mächte oder politische Modelle verantwortlich machen können.
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